Liebe Mitglieder, Angestellte, Kollegen, Freunde und Mitbürger,

es ist eine schwierige Situation, die keiner von uns je so erlebt hat. Darum gibt es keine gängigen Schablonen des Umgehens. Das Covid-19-Virus hat die Menschen zwar in einigen Wellen, aber gesamt doch recht unerwartet überrollt und schwerwiegende Maßnahmen nach sich gezogen, an die keiner in unserer Generation bisher nun denken konnte.

Seit dem 2. Weltkrieg hat es in Europa, ja der ganzen Welt keine solch schwerwiegenden Eingriffe in das gesellschaftliche, soziale und persönliche Leben von uns einzelnen gegeben, um den Virus etwas einzudämmen, wie jetzt. Und sie scheinen nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen gerechtfertigt und angemessen.

 In Bayern – wie in weiten Teilen der Welt – ruht das komplette öffentliche Leben. Schon seit letzter Woche haben wir keinen Schulbetrieb im Offenen Ganztag und in der Freitagsbetreuung mehr, seit letzter Woche sind auch alle unsere Sporthallen und Sportstätten gesperrt, zuletzt mussten wir  unsere Öffentliche Dirt-Bike-Anlage im Weißenseepark in Giesing auf unbestimmte Zeit schließen, wir können unsere Sportcamps für Ferienkinder an Ostern und wohl auch Pfingsten nicht anbieten.

Seit gestern Nacht 24 Uhr gilt die neue Ausgangsbestimmung und nur in klar definierten Ausnahmefällen ist es uns allen gestattet einzeln noch vor die Haustür zu treten.

Das Infektionsschutzgesetz § 56 und die Ausgangsbeschränkung, die die Bayerische Staatsregierung erlassen hatte, sind da eindeutig und werden lange in den April und bis nach Ostern anhalten, womöglich noch länger bis in den Sommer hinein oder je nach Lage sogar noch länger. Es kommen schwierige Zeiten auf uns zu.

Ich will Euch ermutigen diese Maßgaben der Politik und der Virologen und Wissenschaftler zum Wohle unserer vor allem älterer und kränkerer Leute und der Allgemeinheit einzuhalten. Bleibt´s einfach daheim und vermeidet draußen den körperlichen Kontakt oder Nähe zu Dritten.

 Sehr viele von uns hätten sich vor kurzem noch gefreut, mal aus dem Getriebe unseres alltäglichen Hamsterrads und dem damit ja verbundenen System von „Mehr“, „Schneller“ und „Ich“ auszubrechen und zur Ruhe zu kommen. Mit Familie, allein.

Diese Chance der Entschleunigung sollten wir jetzt nutzen. Und die, die das Alleinsein fürchten oder einsam sind, sollten wir eben nicht alleine lassen, sondern in Kontakt bleiben, über Skype oder Telefon oder ähnliche Medien.

Ich weigere mich auch, die Ereignisse nur traumatisch und negativ zu sehen – und kann persönlich davon sprechen, da wir in der letzten Woche unsere immer sehr sportliche, geliebte Tante nach einer längeren Krankheit und Aufenthalt im Krankenhaus aktuell noch beerdigen mussten und konnten mit Abstand, Reduzierung der Trauergäste und ohne nahe Beileidsbekundungen.

Das Leben geht weiter und bietet jetzt und zukünftig Chancen.

Fest steht auf jeden Fall: um die exponentielle Erhöhung der Kurve der Ansteckung durch das Virus zu stoppen, müssen wir alle daheim bleiben und denen helfen, die die Schwächsten in unserer Gesellschaft sind.

Nicht zuletzt freut es mich bei allen Einbußen und extremen Zusatzbelastungen, dass den sogenannten und aktuell „systemrelevanten“ – und unterbezahlten – Berufen wie Pfleger, Verkäufer, Krankenhauspersonal, Lehrern, Betreuer, Polizei und Verwaltungsleuten endlich die Aufmerksamkeit zugeht, die die Anforderungen der Berufe auch verdienen, so sollte es auch nach Bewältigung der Krise bleiben.

In vielerlei Hinsicht ist die Krise jetzt und das Durchstehen die Umkehrung vieler auch in der Gesellschaft falsch gelaufener Entwicklungen, die wir alle entsprechend mitkorrigieren sollten und können.

Wir in unserem kleinen Verein können zur Zeit weder einen REHA- noch einen SCHUL- noch einen SPORT-Betrieb aufrechterhalten oder anbieten.

Aber wir im Verein werden weiter für Euch da sein, wir werden alle notwendigen Maßnahmen für den Verein einleiten, um wirtschaftlich vernünftig weiterexistieren zu können, sei es durch die Beantragung einer notwendigen Kurzarbeit oder Sofortmaßnahme und sind auch per Mail und an zwei Tagen in der Woche am Dienstag von 9-12 Uhr und Mittwoch von 9-15 Uhr telefonisch in unserer Geschäftsstelle in der Trimburgstraße bis auf Weiteres erreichbar.

Conny Hein als (Übungs-)Leiterin unserer Gesundheitssparte hat gerade ihrer COPD-Gruppe als unserer am meisten gefährdeten Gruppe unsere persönliche Hilfe angeboten.

Nutzt die Möglichkeit der Ausgangsverfügung persönlich, um an die frische Luft zu kommen beim Walken, Joggen, mit dem Hund oder dem Radl, macht das allein und lasst eben nur den körperlichen Kontakt sein, nicht den sozialen.

 Danke an Euch alle, die Ihr zum Überstehen dieser Krise mitbeiträgt.

 Bleibt´s oder werdet´s gsund!
Halt ma zsamm! Bleibt´s optimistisch!

21. März 2020, Christian Brey, Erster Vorsitzender